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Biographie Kommentar
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Soviel zur Person, doch nun endlich zu den Bildern

Die von ihm "Frauen in Männerberufen" betitelte Arbeit fällt wegen der reduzierten Farbigkeit und der für Andreas Kaps ungewöhnlich symmetrischen Komposition besonders auf. Zwei kniende Frauenakte sitzen sich, einander zugewandt, gegenüber. Ihre Gesichter sind im Profil zu sehen. Zwar bestimmen sie die gesamte Darstellung, aber nicht, wie erwartet, indem sie die zentrale Position im Bild beherrschen. Stattdessen drängen sie sich rechts und links an den Bildrand und geben so den Blick auf den Mittelpunkt der Bildfläche frei. Dort hat Andreas Kaps ihre Unterhaltung anhand von mehreren ineinander übergehenden, nicht klar zu trennenden Sprechblasen sichtbar gemacht. Einzelne Sprachfetzen sind zu entziffern: "Warum so schwierig, everybody' na ja, auch mich, neu". Die Aneinanderreihung endet mit einem "für dich O.K.?"

Der Titel "Frauen in Männerberufen" läßt sich der Darstellung schwerlich zuordnen. Gerade die Harmonie, die das Bild ausstrahlt, scheint durch ihn gefährdet. Die beiden bringen deutlich zum Ausdruck, daß sie lieber unter sich bleiben wollen und die Nähe eines Mannes, oder auch nur den direkten Vergleich mit ihm, als äußerst störend empfänden. Sicherlich stehen sie nicht in beruflichem Kontakt, denn sie gehen sehr vertraut und intim miteinander um.

Wenn überhaupt, dann fügt Andreas Kaps seine Bildtitel nachträglich hinzu. Sie müssen nicht unbedingt zum Verständnis der Bilder beitragen, sondern können auch, wie bei Büttner oder Kippenberger, ironisch und distanzierend gemeint sein. Der kontrastierende Titel widerstrebt der weitverbreiteten Unsitte, sich als Bildbetrachter längere Zeit dem Titel als dem Bild selbst zu widmen und nach Feststellung der oberflächlichen Übereinstimmung von Namen und Darstellung zufrieden zum nächsten Bild zu schreiten.

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