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"A girl, a film, a city" zeigt die Rückenansicht einer fast unbekleideten Frau. Auf ihrem Rücken schlängelt sich eine weiße Linie entlang. Sie starrt gebannt in einen sich perspektivisch verkürzenden Glaskasten, der an eine Schauvitrine, die zu Werbezwecken aufgestellt wird, denken läßt. Darin streckt eine erheblich kleinere weibliche Gestalt die Arme in die Höhe. Ihre Beine sind gegrätscht. Haltung und Körperfülle geben ihr ein archaisch wirkendes äußeres, so daß die Assoziation an Darstellungen von prähistorischen Fruchtbarkeitsgöttinnen naheliegt. Zu ihren Füßen windet sich eine weitere Figur, die jedoch nicht weiter zu beschreiben ist, weil Details fehlen. In welchem Verhältnis stehen die beiden kleinen Figuren zueinander? Könnte es sein, daß sich ein Mann der "Fruchtbarkeitsgöttin" zu Füßen geworfen hat?

"Gefühlsprobleme" zeigt einen Mann ohne weibliche Begleitung. Im Gegensatz zu den Frauenbildern fällt sofort auf, daß der Mann mit Hemd, Jacke und sogar Krawatte regelrecht gesellschaftsfähig bekleidet ist. Die Komposition des Bildes läßt an Amateurphotographien denken, weil auch hier das wichtigste Objekt immer genau in den Bildmittelpunkt gerückt wird. Offensichtlich hat "Ihn" etwas in helle Aufregung versetzt, denn sein Hals und die Mundpartie werden in stärkerem Rot hervorgehoben und sein Blick wirkt zornig, obwohl die Augen lediglich als schwarze Augenhöhlen mit kleinen, hellen Farbspritzern angedeutet sind. Den oberen Bereich des Bilds beherrscht die Aufschrift "Männer//Frauen". Zwei Querstriche trennen die beiden Begriffe voneinander. Eventuell verweisen sie auf einen Störfaktor in der Beziehung zwischen Männern und Frauen.

Den unteren Bildrand begrenzt eine braune Linie, die eine Tischkante wiedergeben könnte. Vielleicht sitzt "Er" an einem Cafehaustisch. Dann wären Raute und Kreis auch als Tapetenmuster oder etwa als Lampenschirme zu interpretieren. Vielleicht hat "Sie", die, wenn man den Titel des Bildes diesmal ernst nehmen darf, seine "Gefühlsprobleme" verursacht, ihm gegenüber Platz genommen. Wer will, kann sich einen Handlungsablauf vorstellen, der den Wutausbruch des Mannes initiiert haben könnte.

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