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Nachträglich aufgesetzte, hellrosa Farbspritzer verlaufen unkontrolliert. Sie lösen die festen Formen und Farbflächen auf und lassen das Bild sozusagen langsam "verschwinden". So wird deutlich, daß hier nur ein kurzer Moment festgehalten wurde, der ständig von Veränderung bedroht ist. "Er" verliert durch diesen Kunstgriff sehr augenscheinlich sein Gesicht.

Im unteren Bildbereich gibt die vierfache Verwendung der Zahl "3" Rätsel auf. In der quadratischen Formation entsteht in jeder Leserichtung die Nummer 33. Zahlenreihen, häufig auch in Verbindung mit Großbuchstaben, tauchen häufig in Andreas Kaps Arbeiten auf. Er selbst nennt diese Angaben "Gefühlsnumerologie", will ihnen aber keine konkrete Bedeutung vorschreiben. Zahlen, die dem Messen und Rechnen dienen, vermitteln ein Gefühl von Objektivität und Rationalität. "Er" hingegen ist viel zu zornig, als daß er zur kühlen Kalkulation fähig wäre. Die Zahlen werfen somit Widersprüche auf und schaffen eine neu Bildebene.

Andreas Kaps Thema ist der weibliche Akt. Diesem Sujet widmet er sich mit Kontinuität und ständig zunehmender Virtuosität.

Dabei arbeitet Andreas Kaps nie unmittelbar nach einem Modell. Er bemüht sich nicht darum, konkrete Personen wiederzugeben. Eher verwirklicht er im Frauenakt sein Idealbild von einer Frau. Diese ideale Frau setzt er aus einem Konglomerat der unterschiedlichsten Frauen zusammen. Alle seine Frauen stellen sich in ihrer Nacktheit unbefangen zur Schau und scheinen es zu genießen, daß sie beobachtet werden. Ihre Körperformen sind auf das Wesentliche reduziert. Scharfe Umrißlinien grenzen sie von der Umgebung ab.

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